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Das Delegationsproblem: literature_128x128

 

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Im Mittelalter beleuchteten Bürger ihr Straße selbst, indem sie einfach Lampen an ihre Hausfassade montierten.

 

 

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In der Demokratie delegierten Bürger ihr Recht zur Strassenbeleuchtung an Politiker und deren Beamte organisierten dann die Straßenbeleuchtung, indem sie zu Lasten der Bürger Lampenmasten installieren ließen (Schaden 1).

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HausOhneLaterneLaterneEinzelnIm letzten Schritt wird der Bürger nun endgültig von seinem Recht getrennt, Bürgersteig und Strasse selbst zu beleuchten (Schaden 2).

Zur Vorbereitung verunsichert man die Bürger, indem man Nachts einfach die Strassenbeleuchtung ausschaltet und der aufgebrachten Bürgerschaft danach erzählt, daß die Kasse leer sei und  deswegen müsse die Strassenbeleuchtung einer Aktiengesellschaft übertragen werden.  Und wer sitzt dann wohl im Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft ?

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Schaden 1  :

  • Zwei Befestigungsschrauben an der Hausfassade wurden durch stählerne Lampenmasten ersetzt (Mehrkosten geschätzt: 500 Euro)
  • Die Lampe wird nicht mehr am vorhandenen Allgemeinstrom des Hauses angeschlossen, sondern an zusätzlich unter dem Bürgersteig verlegte Stromkabel (Mehrkosten geschätzt: 500 Euro)
  • Nicht die Bewohner/der Hausmeister wechseln nun die Leuchtmittel, sondern städtische Montagetrupps mit Spezial-Hub-Fahrzeugen (Mehrkosten geschätzt: 500 Euro)
  • Die städtische Belegschaft des Tiefbauamtes erwirbt ungleich höhere Pensionsansprüche, die auch vom Bürger tatsächlich bezahlt werden müssen, während sich die Rentenansprüche vom Eigentümer bzw. Hausmeister in der SandwichGeneration auflösen. (Mehrkosten geschätzt: 500 Euro)
  • Der 70-jährigen Produktion von Lampenmasten folgen weitere  unbezahlbare Rentenansprüche von Bergarbeitern und Stahlwerkern (Mehrkosten geschätzt: 500 Euro)
  • Die Umweltbilanz der Produktion von Lampenmasten hinterläßt einen völlig überflüssigen Anteil an Erderwärmung, die nunmehr Wüstenbildung und Völkerabwanderung aus Zentralafrika zur Folge hat (Mehrkosten geschätzt: 500 Euro )

Und wenn ihr überflüssige Mehrkosten von 3000 Euro je Lampenmast jetzt noch mit angenommenen 1 Millionen Lampenmasten in ganz Deutschland multipliziert, dann reden wir hier von 3.000 Millionen Euro, die überflüssig ausgegeben wurden und sich in unseren Staatsschulden von 6.000 Milliarden Euro wieder finden. Denn dieser ganze Spuk wurde auf Pump finanziert und dieses lächerliche Detailproblem der Straßenbeleuchtung ist nun ein weiteres Teilstück auf unserem Weg  zum 3. Staatsbankrott Deutschlands (bei Wikipedia sind bereits zwei Deutsche Staatsbankrotte aufgelistet). Wobei sich dieser 3. Staatsbankrott noch etwas hinauszögern wird, da noch die Privatisierung zwischengeschaltet wird und es sieht auch besser aus, wenn der Bürger in Maut- und Leasingkosten untergeht als der Bürgermeister und ein „golden Handshake“ wäre dann auch noch realisierbar.

 

Die alten Lampenmasten wurden auf meiner Straßenseite durch neue, feuerverzinkte ersetzt, obwohl ich keinerlei Rost oder Standsicherheitsprobleme feststellen konnte. Und die Lampenmasten der gegenüber liegenden Straßenseite wurden dauerhaft entfernt, was letztendlich auch bedeutet, daß die seit Jahrzehnten betriebene alte Straßenbeleuchtung überdimensioniert war.

 

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keinLEDAuf Befragen der Bauarbeiter teilten diese mir mit, daß in den neuen Lampenkörpern keine stromsparende LED-Technik zur Anwendung kommt. Vermutlich Natriumdampflampen in einer Farbtemperatur unter 2000 Kelvin (gelb).

 

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altNeu1920pxIntakte Straßenbeleuchtungen der Nebenstraßen werden ebenfalls vernichtet und durch Designermodelle ersetzt.

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Schaden 2:     Warum geschieht das alles   ?

Der Tagespresse ist zu entnehmen, daß in Krefeld 30.000 Straßenleuchten existieren, die Lebenserwartung einer Leuchte 30 Jahre beträgt und 50% der Leuchten seien bereits älter.  Darüber hinaus bestünde ein gravierendes Sicherheitsrisiko infolge Korrosion der „Tragsysteme“.

  • Sofern die Leuchte nach 30 Jahren ausgetauscht werden muss, ist nicht ersichtlich, warum dabei der ganze Lampenmast mit ausgetauscht werden soll.
  • Die Stadt Krefeld ist für den Erhalt der Substanz verantwortlich und sofern Korrosion vorliegt, dann sollte die Stadtverwaltung ihren Bürgern erklären, warum sie nicht in den letzten 30 Jahren fachgerechte Korrosionsschutzarbeiten hat durchführen lassen. Bürger können doch auch ihren stählernen Gartenzaun regelmäßig entrosten und den Anstrich mit Rostschutzfarbe erneuern. Darüber hinaus bezweifle ich hinsichtlich der Fundamentierung eine Korrosion, die angeblich ein gravierendes Sicherheitsrisiko darstellt und an den oberhalb des Erdreichs gelegenen Masten war kein Rostansatz zu erkennen.

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Das Ganze reduziert sich also darauf, daß alle Leuchten noch leuchten, aber weil, genauso wie bei meiner Leberwurst, das Haltbarkeitsdatum des Herstellers abgelaufen ist, sollen jetzt Masten und Leuchten für 50 Millionen Euro erneuert werden und glücklicher Weise könne man ja gemeinsam mit den Stadtwerken Krefeld ein Contracting-Modell zur Vorfinanzierung erarbeiten, was der Stadt infolge Überschuldung nicht mehr möglich ist. Verstehe ich das jetzt richtig ?  Die Stadt  Krefeld kann das wegen leerer Kassen nicht bezahlen, aber die Stadtwerke Krefeld, die eine 100%-tige Tochter der Stadt ist, kann das bezahlen ?  Hier geht es nur darum, daß wieder einmal ein Recht der Bürger, hier die Straßenbeleuchtung, faktisch an eine Aktiengesellschaft übertragen werden soll.

Und es ist sicherlich nur ein Zufall, daß im Aufsichtsrat dieser Aktiengesellschaft gerade der Oberbürgermeister Gregor Kathstede sitzt, der in seiner Amtszeit die Masten nach eigenem Bekunden hat angeblich verrosten lassen, für teuer Geld überflüssig Nachts hat ausschalten lassen und nun Designermodelle zu Lasten einer bankrotten Stadt verteilt. Und es ist natürlich nur ein weiterer Zufall, daß auch andere Ratsmitglieder, deren Husarenstücke ausführlich in den „Krefelder Skandalen“ dokumentiert sind, sich ebenfalls im Aufsichtsrat der Stadtwerke wieder finden.

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alleLampen1920D.h. das eingangs geschilderte Problem i.H.v. 3000 Millionen Euro überflüssiger Staatsausgaben wird nunmehr erneut aufgelegt, allerdings in einer Aktiengesellschaft, die ihre Bilanz gegenüber den Bürgern, verheimlichen kann.

Hier werden zu Lasten zukünftiger Generationen nur noch kreditfinanzierte Konjunkturprogramme generiert. Und das geschieht übrigens nicht aus eigenem Antrieb, denn die Stadtverwaltung wird behaupten, daß sie immer    „Namens und im Auftrag der Bürger“   gehandelt hat.

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Lichtmaennchen5Lichtmaennchen5gespiegeltL ö s u n g :     Verlagerung der Straßenbeleuchtung in Bürgerhand

Alle Hausbesitzer per Verwaltungsbeschluss dazu verpflichten, 
Bürgersteig und Straße vor ihrem Haus 
selbst und nach einem einheitlichen Standard zu beleuchten 

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Dann bricht ja das Chaos aus ?

Politiker und Beamte werden diesen Machtverlust natürlich niemals akzeptieren, weil sie davon ausgehen, daß dann weitere, zur Zeit noch als „öffentliche Aufgabe“ anerkannte Sachverhalte, danach ebenfalls auf den Prüfstand kommen.  Das Mittel der Wahl wird sein, daß erst mal mit der Angst argumentiert und behauptet wird, dann würde ja das Chaos ausbrechen. Völlig unbegründet, denn wer ein Haus bauen kann, wird auch ein Beleuchtungsproblem lösen können. Bezeichnend ist auch, dass der von Bürgern durchgeführte  Winterräumdienst vor den Häusern in meiner Straße eigentlich ganz gut funktioniert, die Stadt selbst aber den vor dem Bürgersteig gelegenen Radweg nur sporadisch und wenn, dann meistens erst in den Nachmittagsstunden vom Glatteis befreit. Das propagierte Chaos wird nicht ausbrechen, wenn Bürger Glatteis auf ihrer Strasse entfernen und diese auch selbst beleuchten.  Trennlinie800-1-GrauTrennlinie800-1-GrauTrennlinie800-1-GrauTrennlinie800-1-Grau

ledmast800pxUndurchführbar ?

Sofern ein Mast erforderlich sein sollte, könnten Hausmeister ein Problem haben, in 10 Metern Höhe einen Birnenwechsel durchzuführen. Beobachtet man aber, wie ein Segeltuch am Alumast einer Segeljacht hochgezogen wird, merkt man sehr schnell, daß sich mit dieser Technik auch eine Straßenlampe mittels einer Kurbel zum Boden herunterholen läßt. Der Mensch klettert also nicht zur defekten Birne hoch, sondern holt diese mittels Seilzug nach unten. Ich habe keine Sorge, daß die viel zitierte deutsche Ingenieurskunst hier praktikable Lösungen erarbeiten kann und darüber hinaus gibt`s auch schon welche, z.B. auf vielen Sportplätzen in Form von Kippmasten:

KroneMag

Mit freundlicher Genehmigung der Fa. Kronemag.de

 

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Und wenn man die Beleuchtung mit Kippmasten so wartungsfreundlich gestaltet, dann läßt sich am Mast auch noch leicht ein kleiner Windgenerator installieren, der ganzjährig den Strom zur Straßenbeleuchtung liefert, sofern man die mittels LED-Technik betreibt und ein Bürger stellt zur Zeit auch gleich die Praxistauglichkeit unter Beweis.

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Und nicht unerhebliche Personalkosten sowie den Unterhalt von Spezialfahrzeugen für Wartungsarbeiten könnte man sich bei dieser Lösung dann auch sparen.

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bureaucracy-1016177_1920Alternative ?

Wenn du meinst, erst mal abwarten zu müssen, dann wirst du irgenwann danach in der Zeitung tatsächlich lesen, daß dein Bürgermeister die gesamte Straßenbeleuchtung an eine Aktiengesellschaft verkauft hat, sodaß du zusätzlich zum Licht, auch noch Vorstandsboni und Aktionärsdividenden zahlen wirst.

Und wenn du meinst, dann immer noch nicht aktiv werden zu müssen, dann freut sich dein Bürgermeister über den nächsten „goldenen Handschlag“ und wird z.B. das Kaltwassernetz verkaufen , danach dann die Kanalisation u.s.w.

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KonzernStadtKRgelb1000pxDer hier geschilderte Auslagerungsvorgang von Straßenlicht an den Aktienkonzern Stadtwerke  ist in der nebenstehenden Grafik gelb markiert. Wenn sie die Grafik anklicken werden sie sehen, daß der Konzern Stadt Krefeld da noch einiges an Möglichkeiten hat, zum Verschieben von Geschäftsbereichen zwecks Generierung von Vorstands- und Aufsichtsratsappanagen. Den 231-Seiten umfassenden Gesamtbericht zu allen Beteiligungen können sie sich in einer  PDF  hier  anschauen.

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Tu was:

Kopier den Link dieses Artikels, oder die PDF, schick ihn an deine Nachbarn in deiner Straße, verteil ihn in alle Briefkästen und besprecht euch, damit alle Bürger beim Bürgermeister vorstellig werden um die Übertragung der Straßenbeleuchtung zu beantragen. Wendet euch an  euere Bezirksvertreter, an Landtags- und Bundestagabgeordneten, an eueren Pastor und wo sonst noch und macht Druck. Freiwillig werdet ihr nie euer Recht zurück bekommen.

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Und zum Abschluss dieses unerfreulichen Themas hier ein Licht in seiner schönsten Erscheinung

Kirche

Danke für das Bild an forestwander

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Schlagloch1000px

Und warum eigentlich nicht bei der Gelegenheit mal über Schlaglöcher nachdenken.

Derzeitige Praxis ist, daß sich Bürger vor einem Schlagloch treffen, suchend nach links und rechts schauen, in der Hoffnung, daß ein städtischer Bautrupp vorbei kommt und das Schlagloch beseitigt. Und das kann lange dauern…… sehr lange……. o.k. erst mal heute Abend beim Stammtisch drüber diskutieren……. gab`s  da nicht Gerichtsurteile, wann eine Gemeinde verpflichtet ist……. und was sagen die Gerichte eigentlich zum Schadenersatz von beschädigten Reifen…… zwei Monate später……. wo bleiben die eigentlich……

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BautruppHerr Gott ne Fahrt zum Baumarkt, Eimer Fertigbitumen gekauft, ins Loch geschüttet und festgestampft dauert bestenfalls 2 Stunden aber stattdessen wird monatelang lamentiert.

Und wenn dann irgendwann einmal tatsächlich der Bautrupp vorbeigekommen ist, wird weitere Monate über die Kosten diskutiert…..

aaarrrrgghh……. Herrgott hilf und gib den Menschen Mut zur Selbsthilfe.

 

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Lichtmaennchen5Lichtmaennchen5gespiegeltL ö s u n g :     Verlagerung der Schlaglochbeseitigung  in Bürgerhand

Alle Hausbesitzer per Verwaltungsbeschluss dazu verpflichten, 
Schlaglöcher in Nebenstraßen vor ihrem Grundstück 
selbst und nach einem einheitlichen Standard zu beseitigen.
Ggfls. erforderliche Verkehrssicherungsmaßnahmen sind mit der
zuständigen Polizei einmalig abzusprechen.  

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Da bereits darüber diskutiert wird, im innerstädtischen Bereich grundsätzlich Tempo 30 einzuführen, reduzieren sich die letztendlich erforderlichen Sicherungsmaßnahmen auf die, die auch bei jedem Unfall von jedem Verkehrsteilnehmer gefordert werden.

Und ja, mir ist bekannt, daß eine gewissenhafte Schlaglochbeseitigung anders abläuft, aber ich habe es vorstehend so geschildert, wie ich es tatsächlich bei städtischen Bautrupps beobachtet habe, und das auch noch bei strömenden Regen. Sofern erforderlich, will ich gerne eine bebilderte Website hochladen, wie ein Schlagloch fachgerecht zu beseitigen ist, sodaß die Arbeit auch die Winter der Folgejahre übersteht. Dies hätte zudem auch noch den Vorteil, daß Schlaglochbeseitigungsarbeiten, zukünftig nicht mehr zum politisch gewollten Konjunkturprogramm muttieren.

Abschließend auch hier die Anmerkung, daß eine Umwandlung so oder so kommt. Entweder in der Form, daß der Straßenunterhalt einem Bürger übertragen wird (Unternehmer, Investmentfond, PPP, Cross Boarder Leasing etc.) oder aber an jeden Hausbesitzer, respektive an jeden Bürger. Wobei sich im Erstbenannten Fall  noch Boni und Dividendenansprüche hinzu addieren.

Neukrefeld


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Wenn du selbst weitere Beispiele hast, bei denen es sinnvoll erscheint, Verwaltungsaufgaben der Bürgerhand zu übertragen, dann melde dich. Du kannst selbst hier deine Beitrage schreiben oder sie mir benennen, sodaß ich sie zum  Thema BRD 2.0 hinzufügen kann.

Dipl.Ing. Ulrich Stein cc by              Bildlizenz

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